Schaffhausen nach Basel – Zusammenfassung

Ich sitze gerade in einer kleinen, gemütlichen Waldlichtung und genieße meine wohlverdiente Pause. Komme gerade aus einer einsamen Nachtwanderung, vorbei an einem Gewerbegebiet und Kernkraftwerk in Leibstadt, durch einen dunklen, mir Angst einflößenden Auenwald und überquerte, den in der Nacht auf mich sehr bedrohend wirkenden Rhein und betete durchgehend um Schutz für mich und Machika.

War wirklich ausgesprochen dankbar um 04:00 Uhr morgens wieder in eine bewohnte Gegend zu kommen, legte mich Hundemüde auf eine von allen Seiten einsichtige Raststation und war einfach nur dankbar wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Hätte mir nie gedacht, dass ich mal so glücklich bin in einer bewohnten Gegend zu sein.

Auch die Tage von Schaffhausen nach Basel waren wunderschön.  Wieder hatte ich wunderbare Begegnungen,  Landschaftlich ein einziges Naturspektakel und erlebte unendlich viel. wie z.B. eine Fussmassage und mein erster Straßenmusikauftritt in der wunderbaren Stadt Waldshut, Einladungen und Geschenke von wunderbaren Begegnungen unterwegs. Mein Bild bzw. Vorurteil über die Schweizer Bevölkerung hat sich komplett verändert. Habe auf viele wundervolle, freundliche, hilfsbereite und offene Menschen getroffen.

Leider ist mein Rucksack, aufgrund des mittlerweile ca. 30 kg schweren Gepäcks und schlechter Qualität (Decathlon nicht zu empfehlen bei schwerem Gepäck!) nach schon 2 Wochen gerissen.
Meine liebe Freundin Ulrika brachte mir mein Tragegestell nach und so konnte ich weiterlaufen. Dieses Tragegestell kostete mich allerdings Nerven ohne Ende! Da es für mich fast unmöglich war es so zu laden und mit Gurten zu sichern, dass nicht ständig wieder alles auseinanderfiel und ich verbrachte Tage und Stunden mit packen.

Gottseidank brachten mir meine Freunde  Dr. Stone und Raimund wieder den kaputten Rucksack nach Laufenburg, den ich mit Gurten so sicherte, dass er bis Basel durchhielt. Ich habe bereits mit verschieden Sportgeschäften in Basel telefoniert, da ich unbedingt einen neuen Rucksack in Basel kaufen wollte, der mich sicher und ohne Probleme weiterbringen sollte. Da es nicht einfach ist einen 100 Liter Rucksack zu bekommen und kein Sportgeschäft in Basel so einen großen Rucksack lagernd hatte, kostete mich dies viel Recherchearbeit und zusätzlich 570,00 Euro Telefonrechnung!!!!!!!

Aber zumindest mit Erfolg! Nun habe ich einen mega tollen 100 Liter Rucksack, der mir optimal passt und ich das Gewicht kaum mehr spüre! Yeah! Zwar kostete der Rucksack 590,00 Franken, aber es hat sich mehr als rentiert!  Dank meinem Freund Heinz der mich besuchte, musste ich die verschiedenen Sportgeschäfte in Basel nicht zu Fuss bewältigen, sondern wurde – welch Luxus – mit dem Auto gefahren!

Viele meiner Freunde kamen zu Besuch wie Felix, Ulrika, Dr. Stone und Raimund, Heinz und Daniel. Es war wunderschön meine Freunde zu Besuch zu haben, mit Ihnen das Abenteuer zu genießen und ich genoss die Zeit mit Ihnen, wenngleich mir der Abschied immer etwas schwer viel.
Geschlafen habe ich an den unterschiedlichsten Stellen wie zb.:

  • Parkbänken (empfehlen sich wenn keine Bäume für meine Hängematte zu finden sind und ich nicht wie auch schon erlebt, neben einer ganzen Schneckenversammlung aufwachen möchte)
  • Friedhöfe (eignen sich in Städten, wo es ansonsten keine Grünflächen in der näheren Reichweite gibt) War zwar Anfangs angsteinflößend, doch konnte ich schnell Frieden mit dem Platz schließen
  • Vor dem Gemeindehaus (nach einer angsteinflößenden Nachtwanderung, nur froh wieder in bewohnter Gegend angekommen zu sein)
  • Hängematte!!!!! Immer schön! Besonders schön als Dr. Stone und Raimund mit dabei waren und wir einen ganzes Hängemattenlager am Rhein aufstellten)

Die schönsten  Übernachtungen bis jetzt waren vor der Bergkirche in Sankt Michael in Büsingen und auf einer einsamen Bucht mit Feuerstelle und bereits vorhandenem Holz, wo ich extra mit einem Motorboot von den freundlichen und offenen zwei Andys hingefahren wurde. Irgendwas zum Übernachten findet sich meistens und wenn nicht, wandere ich solange bis was Passendes kommt. Gerade heute wurde es allerdings 04:00 Uhr morgens! Auch dass kann passieren. Dafür ist die Glückseligkeit dann umso größer!

Alle möglichen Nachstellen kamen schon vor, mein Zelt benötigte ich bis jetzt nur ein einziges Mal. Ansonsten immer Sternenhimmel! Danke an das Wetter!

Der Rhein und die Gegend um den Rhein ist landschaftlich wunderschön, wenngleich  ich auf diesem Weg manchmal auch von  100.000 Tausend Mücken begleitet werde, da es hier sehr feucht ist. Die Hitze macht uns auch zu schaffen, deshalb starten wir zumeist sehr früh (spätesten um 06:00 Uhr morgens zumeist schon früher)

Schon vieles habe ich unterwegs verloren, wie zum Beispiel:

  • die tolle sich selbstreinigende Lodendecke von Machika,
  • Machikas Trinkbecher,
  • meine Tabaktasche und Tabak,
  • mein Stimmgerät für das Saxophon,
  • Handyglas ist mir kaputt gegangen, dafür habe ich aber noch vieles, vieles,  vieles mehr gefunden und geschenkt bekommen. Vor allem die Herzlichkeit der Menschen berührt mich zutiefst und gibt mir Kraft.  Auch wächst mein Vertrauen sowie Wohlgefühl und meine Zufriedenheit sowie Dankbarkeit gegenüber mir selbst, meines Körpers, des Universums und Gott. Es ist für mich nicht in Worte zu fassen wie unvorstellbar zufrieden es macht einfach zu Gehen, in die Natur einzutauchen und jeden Tag Neues zu erleben und wundervolle Begegnungen zu haben.

2 Kommentare zu „Schaffhausen nach Basel – Zusammenfassung“

  1. Monika Meister

    Hallo Sandra
    Gratuliere,dass du immer noch auf dem Weg bist. “ Hut ab “ ,sagen wir.. Wünsche dir noch viele schöne Begegnungen,und hilfsbereite Menschen. Liebe Grüsse Monika u. Michelino..
    Kaffeespenderin..in Schaffhausen,(am Rhein entlang,wo du ein Bad nahmst. Alles gute..und auch Machika einen Schmatz.😍💞

  2. Sabine Hilzinger

    Hallo Sandra, alle Achtung! Du hast es getan! Super! Und danke, dass du alle daran teilhaben lässt. Ich habe mir gerade die Zeit genommen und habe einfach deinen Namen eingegeben. Und so kam ich doch noch auf deinen Blog. Ich weiß zwar gerade nicht wo du bist, denn noch muste ich dich gleich anschreiben. Ich bin gespannt, was ich noch alles von deiner Reise erfahren kann. Ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder.
    Alles Liebe und Gute auf deinem Weg. Sei umarmt, Sabine von der Senecura.

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